Komitee für Igelschutz e.V. Hamburg
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Futterplan für Igel

sowie wichtige Hinweise auf Krankheitszeichen

Das Grundfutter für Igel besteht aus Dosen - Katzenfutter (nur Geflügel oder Fisch ohne Soße) gemischt mit Igeltrockenfutter.

Ein 250 g schwerer Jungigel nimmt pro Tag 10 g zu, wenn er folgende Ration frisst:

  • 30 g Dosenkatzenfutter,
  • 2 gehäufte Esslöffel Igeltrockenfutter (ersatzweise Haferflocken),
  • sehr kleine Würfel milden Käse (z.B. Junger Gouda, Edamer) und süßen
    Apfel, sowie Banane und Erdnussbruch als Beilage.

Zubereitung:

  • alles wird zu einem Bröckchenfutter gemischt, ohne Wasserbeimischung.
    Zusätzlich legt man 2 ganz dünne Scheiben Banane in Mini-Würfel geschnitten oben
    auf das Futter zwecks Medikamentengabe,
  • welches zweckmäßig in einen 10 - 12 cm großen glasierten, flachen Ton-Blumenunter-
    setzer gegeben wird,
  • eine kleine Menge grob gehackte ungesalzene Futtererdnüsse aus dem Zoohandel
    separat legen, damit sie nicht weich werden und Zahnsteinbildung vorbeugen.
  • Das zusammengestellte Bröckchenfutter halten Sie bitte nicht zu trocken aber auch
    nicht zu nass, damit keine Futterreste auf dem Nasenrücken zu Haarausfall führen
    können. Der Igel frisst alles nur klein gehackt, da er ein kleines Maul hat. Er benötigt
    eiweißreiche Kost, ist ein Insektenfresser, aber kein Vegetarier.

Zur Abwechslung kann man auch zwischendurch anderes Frischfutter anstelle von Dosen-
katzenfutter geben:

  • Rührei ungewürzt,
  • Beefhack roh und ganz frisch oder gebraten mit ein paar Tropfen Maiskeimöl,
  • zusätzlich 2 x in der Woche1/2 gekochtes Eigelb oder
  • gekochte Teile des Hühnerflügels, welche mit Knochen gegeben werden können, da
    der Igel das Fleisch vom Knochen abnagt.

Appetitanreger: Wenn ein Igel durch Krankheit schlecht frisst, kann man Schnittlauch,
Kresse, Kokosraspeln oder 1 Teelöffel geräucherten Fisch (Heilbutt) innen aus der Gräte
geben. Auch ein paar Körner Vogelmineralsand, unter das Bröckchenfutter gemischt, lässt
den Igel besser fressen.
Hat der Jungigel das Gewicht von ca. 350 g erreicht, kann unter das Futter ein wenig
"Matzinger Hunde-Gemüse-Vollkornflocken" zur Geschmacksverbesserung gehoben werden. Kleinere Igel vertragen diese Mischung oftmals nicht und können dadurch leichten Durchfall bekommen.

Igelbabys (ohne Zähne) erhalten Ersatzmuttermilch nach besonderer Rezeptur.
Jungigeln (mit Zähnen) gibt man "Whiskas Junior Terrine mit Geflügel", gemischt mit gemahlenen Haselnüssen und ab 200 g Gewicht zusätzlich Igeltrockenfutter. Dies ist besonders bekömmlich und gibt keinen Durchfall. Sie erhalten während des Wachstums jeden Tag eine Messerspitze Futterkalk über das Bröckchenfutter sowie
1 Tropfen eines Vitamin B Komplex Präparates bis zu einem Gewicht von ca. 400 g auf die Banane. Igel sollten kontinuierlich fressen und pro Tag höchstens 10 g zunehmen, da sonst das Stachelkleid zu licht wird und der Igel keinen ausreichenden Stachelschutz hat.
Tägliche Gewichtskontrolle ist wichtig.

Altigel mit einem Gewicht von 1000 g Körpergewicht erhalten täglich 130 g Bröckchenfutter und sollten dann ihr Gewicht halten

Wichtige Hinweise:

In glasierten Tonschalen täglich frisches Wasser oder Fenchel-Tee reichen, aber nie Milch!
Das Futter wird nur einmal am Tag abends gegeben. Die glasierten Tonschalen werden täglich heiß gespült. In den ersten drei Tagen nach der Aufnahme dem Igel nicht zu viel Futter geben, auch wenn er die Schale leer gefressen hat.
Durch das Igeltrockenfutter als Ballaststoff ist der Kot auch normal und stinkt nicht!
Mehlwürmer
darf der Igel höchstens 3 pro Tag fressen, da diese sonst die Vitamine im Körper des Igels aufzehren. Dies führt zu Lähmungen. Keine Regenwürmer oder Schnecken geben, da diese Innenparasiten auf den Igel übertragen können.
Ein Jungigel bis zu 450 g darf in der Woche höchstens 50 bis 70 g zunehmen, da sonst das Stachelkleid nicht mitwächst. Größere Igel können etwas mehr zunehmen, besonders wenn sie abgemagert sind (Gewichtskontrolle ist auch hier stets erforderlich). Sollte die Futterschale leergefressen sein und der Igel trotzdem nicht entsprechend zugenommen haben, ist etwas mehr Futter zu geben. Dies kann aber auch ein Krankheitsanzeichen sein.

Gewichtskontrolle ist sehr wichtig !

Der Igel wird aber nicht mit einem Löffel gefüttert, weil das Fell durch das Futter verklebt wird.

Foto:
Ursula Orsinger

Wichtige Hinweise über Krankheitsanzeichen

Der Kot eines gesunden Igels ist braun oder dunkelgrau/schwarz in länglichen festen Röllchen, je nach Futterart heller oder dunkler.
Igel dürfen keinen Durchfall oder keinen dunkelgrünen Kot (tannengrün) sowie keinen Kot mit
Blutrand auf dem Papier haben, da dann Verdacht auf Innenparasiten besteht. Bei grünem geleeartigem oder weiß/beigefarbigem dünnen, schleimigem und stinkendem Kot sind Bakterien die Verursacher. Bei diesen Anzeichen und bereits beginnender Fressunlust ist sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder eine Igelstation um Rat zu fragen. Ist jedoch der Kot nur an der Spitze grün, wird dies durch Obst hervorgerufen. Frisst ein Igel gern Käse, wird der Kot oftmals türkisgrün wie ein oxidiertes Kupferdach.

Wenn die Igel husten, sind Innenparasiten, z.B. Lungenwurmlarven zu vermuten, verursacht
durch gefressene Schnecken oder Regenwürmer als Zwischenwirt dieser Parasiten. Hierfür
gibt es jeweils die entsprechenden Medikamente beim Tierarzt.

Zu empfehlen ist, wenn der Igelkot nicht in Röllchen geformt ist und stark riecht, eine Kotunter-
suchung (z.B. vom Tierarzt) durchführen zu lassen. Dann sollte er auf Bakterien und ggf. auch auf Innenparasiten untersucht werden.

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2-2006