Komitee für Igelschutz e.V. Hamburg
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Igel und Ratte
© Heiko Goroncy © Dover Publications 1993,IMSI 1996
Hamburg, die Hafenmetropole schlechthin in Europa, mit viel Wasser und herrlich grüner Natur, bietet dem Igel, aber auch der Ratte, einen guten Lebensraum. Wenn wir Menschen nicht wären, würde wohl alles im Gleichgewicht sein.
Hamburg, die nach außen sauber scheinende Stadt beherbergt viele vermüllte Ecken, so dass sich die Ratte dort wohlfühlt und der Igel im Umweltmüll zu Schaden kommt.
Umweltmüll bedeutet: Zum Beispiel achtlos weggeworfene Sektflaschen-Verschlüsse, zugeknotete Geschenkbänder oder Gartenbast, leere Meisenknödel- oder Obstnetze, Getränkebecherdeckel oder Milchtüten mit großer Öffnung und vieles mehr sowie Angelhaken mit Angelschnüren.
Auch die "Gelben Säcke" (Entsorgung der Wertstoffe) tun ihr Übriges, indem die Ratte, aber auch der Igel den am Boden liegenden Sack aufbeißt und in den verdorbenen Leckereien in Bechern und Dosen nach Nahrung sucht. Der Igel schneidet sich dabei den Kopf auf und fügt sich tiefe Wunden an Körper oder Pfoten zu. Die Nahrungsrückstände verursachen einen starken Bakterienbefall im Körper des Igels, wodurch er stirbt.
Die Säcke müssen unbedingt hochgestellt werden !
Leider werden immer wieder Igel während des Winterschlafs von Ratten - wie einem Reißverschluss gleich - angefressen.

Jedes Jahr kommen während der kalten Jahreszeit mehrere solcher Igel in unsere Stationen oder sind am Tage unterwegs.
(zu erkennen an den abgenagten Stacheln oder an aufgebissener Haut).

Rechtzeitige Hilfe rettet auch hier ein Igelleben !
Als im September 2006 in der Zeitung zu lesen war, dass auf jeden Hamburger Bürger 2 Ratten kommen, kam es zum großen Aufschrei. Viele Gartenbesitzer ließen durch Rattenbekämpfungsfirmen Köderboxen am Zaun im Abstand aufstellen. Da die Jungigel stets am Zaun entlang gehen und von Juli bis zum Dauerfrost auf Nahrungssuche sind, passen sie in die 4 cm großen Löcher der Köderboxen. Igel sterben durch das Gift qualvoll.
Das Gift ist unbedingt in solchen Köderboxen mit 2 Eingangslöchern auszulegen und sollte regelmäßig kontrolliert werden. Der Kasten muß auch ca. 15 cm erhöht stehen, z.B. auf 2 Backsteinen, oder angehängt werden, da Igel nicht hochspringen.

Legt man Rattengift unsachgemäß in Erdlöchern oder Komposthaufen ohne Gitter aus (siehe HH-Rattenverordnung), macht man sich strafbar, denn der Igel steht unter strengstem Naturschutz und ein Verstoß gegen dieses Gesetz wird mit einem Bußgeld bis € 50.000,-- geahndet. (Siehe unser Infoblatt "Geschützte Tiere")

Ein Tipp:
Viele Menschen verwechseln in der Nacht den Igel mit einer Ratte. Durch gute Beobachtung kann man jedoch feststellen, dass die Ratte springt mit Abdruck des Schwanzes am Boden. Der Igel aber läuft gleichmäßig - wenn auch abwartend - eilig dahin. Er ist kein Futterjäger, sondern ein Futterfinder.

Ein weiteres Problem sind ausgewilderte Zooratten, welche wie Hund und Katze während der Urlaubszeit einfach entsorgt werden. Diese Ratten sind, wenn wir sie sehen, dem Menschen gegenüber nicht ängstlich und suchen in unseren Gärten ein Zuhause.

Auch diese Ratten vermehren sich zusammen mit unseren Wanderratten und werden, wenn nichts getan wird, zur Plage.

Was tun ?

Es gibt Lebendfallen, damit die Zooratten/Farbratten ins Tierheim gebracht werden können.
(Fressköder zur Anlockung: Sprottenkopf). Die Falle der Igel wegen in der Nacht schließen.

Damit sich keine Ratten ansiedeln, dürfen in Kleingärten keine Tiere gefüttert werden. Häufig hält sich aber gerade der Igel hier auf, weil er dort seine Ruhe findet, ohne Angst vor Hund, Fuchs oder Dachs haben zu müssen.

Der Igel ist besonders nützlich, weil er Insekten und anderes Getier vom Boden frisst.

Da Gärten aber meistens wie geleckt sind - also nackte schwarze Erde haben - muß der Igel hungern, denn die Nahrung des Igels hält sich unter dem Laub, modrigen Gartenabfällen, Stauden und Moos auf. Der Igel frisst dann ersatzweise Regenwürmer und Schnecken, welche ihn in der Lunge krank machen. Er fängt an zu husten und wird kurzatmig. Der Tod ist vorprogrammiert.

Wie kann man dem Igel helfen ?
Stellen Sie ein Futterhaus auf, in dem eine Schwingklappe eingebaut ist. Durch die Schwingklappe geht definitiv keine Ratte, da diese sich bewegt.
Gefüttert werden sollte von Anfang September bis zum Dauerfrost. Dann haben auch die spät geborenen Igel (Mitte Oktober) noch ein Zubrot und können mit 500 g Gewicht in der Natur in den Winterschlaf fallen.
Durchgang für Igel ins Futterhaus
(Schwingklappe)
Spalt 1,5 cm zwischen Schwingklappe und Boden des Futterhauses
Bitte handeln Sie zum Wohle des Igels !
Seit 2006 starben noch nie so viele Igel durch Rattengift wie je zuvor.

Deshalb haben wir uns zur Veröffentlichung dieses Infoblattes entschlossen und hoffen, dass es dem Igel in Zukunft - durch unsere Aufklärung - besser geht.

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